Über VVF

Der erste Nachweis von VVF wurde 1923 an dem mumifizierten Körper von Königin Henhenit (2050 BC) gefunden. Der erste schriftliche Nachweis ist in dem Papyrus Ebers von ca. 2000 BC niedergelegt.

In Gambia sind Frühehen kulturell bedingt normal und gewollt, so das Mädchen oft in einem Alter schwanger werden und Geburten haben, in denen ihr Körper noch nicht reif dafür ist. Aufgrund der schlechten ärztlichen Versorgung (in The Gambia kommen 14.000 Patienten auf einen Arzt, in Deutschland sind es 500 Patienten) und mangelnder Finanzen sind Geburten auch bei Frauen, die bereits geboren haben, oft eine tagelange Tortour, die nicht selten mit der Todgeburt des Kindes endet. Zu dem Verlust des Kindes kommen dann auch noch die geburtstraumatischen Verletzungen hinzu.

Der Druck, den der Kopf eines Kindes bei einem langen Verbleib im Geburtskanal auf das umliegende Gewebe ausübt, führt zu einer Minderdurchblutung und damit zum Absterben des Gewebes. Infolge dessen bilden sich Fisteln zwischen Vagina und Blase oder Darm. Diese Fisteln haben eine Urin- oder Stuhlinkontinenz zur Folge.

Diese Inkontinenz hat für die betroffenen Frauen weitreichende Konsequenzen. Zum einen medizinische wie anhaltende Infektionen. Zum anderen werden diese Frauen aufgrund ihres Körpergeruches und der körperlichen Einschränkungen sozial ausgeschlossen und geächtet.

Diese Frauen können operiert werden und in ca. 90% der Fälle kann die Schädigung sogar so weit behoben werden, dass die Frauen wieder schwanger werden können, was in diesem Kulturkreis sehr wichtig ist.